Russland

Länderkreis Osteuropa

Leitung: Nina Benko-Denninghaus, Inna Khaitina

Aktuelles Interview und Videostatement

Aktuelles Programm des Länderkreises Osteuropa
Kurzfristige Änderungen finden Sie unter "Ländersuche" (oben rechts).

Ein ganz besonderer Erfolg war 2001 der Besuch des kirgisischen Autors Tschingis Aitmatow (in der Mitte); auf dem Bild nach der Lesung mit Studenten und Peter Sowa (r.), dem langjährigen Leiter des Auslandsinstituts.
Nina Benko-Denninghaus (l.) und Inna Khajtina (r.), Leiterinnen des Länderkreises Osteuropa mit den  Pianisten Stanislaw und Larisa Bartschkowsky aus Moskau

2002 feierten wir das 50-jährige Jubiläum des Länderkreises Osteuropa – Nachfolger der Deutsch-Sowjetischen Gesellschaft. Unser Länderkreis spiegelt wie kein anderer die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen und den Wandel der letzten 20 Jahre wieder.

Bereits seit der Gründung im Jahre 1952 war der Länderkreis Osteuropa und die 1971 gegründete Deutsch-Sowjetische Gesellschaft für viele Bürger ein Fenster nach Osten – in die Sowjetunion. Die Mitbegründer des Länderkreises – Prof. F. Denninghaus, Gisela Norkus, Peter und Ruth Bruch und Artur Merten — haben versucht, das Feindbild und die gegenseitigen Vorurteile abzubauen, ein konstruktives Gespräch und den Austausch vor allem zwischen den Vertretern der Kultur und der Jugend der beiden Länder zu ermöglichen. Es war eine ehrenwerte Aufgabe, weil die politischen Bedingungen diesen konstruktiven Dialog nicht immer leicht gemacht haben. Um das gegenseitige Interesse zu fördern und nicht nur institutionelle, sondern auch private Kontakte zu ermöglichen, wurden Sprachkurse organisiert, die führende Russischdozenten aus Moskau geleitet haben. Stipendien für Studenten und Russischlehrer an der Moskauer Universität und am Puschkin Institut (dem russischen „Goethe-Institut“) wurden vergeben. Der Austausch von Delegationen, Referenten und Lektoren, unter ihnen war Prof. W. Daschitschew (in der Perestrojkazeit Berater Gorbatschows) förderten das gegenseitige Kennenlernen und bauten Misstrauen ab. In den 70er - 80er Jahren wurden Auslandskulturtage der Stadt Dortmund, Ausstellungen „Alltag in Deutschland“; „Blick in die Bundesrepublik Deutschland“ und 1990 „Deutsche und Russen in zwei Jahrhunderten. Sie waren nicht nur Gegner“ in der Sowjetunion organisiert.

Zwei große Publikationen in deutscher und russischer Sprache –  „Europa - das 20. Jahrhundert“ und „Europa an der Schwelle des 3. Jahrtausends“ wurden auf Initiative der Deutsch-Sowjetischen Gesellschaft der RWAG und des Verbandes der Schriftsteller der UdSSR und des Sowjetischen Komitees für Europäische Sicherheit und Zusammenarbeit veröffentlicht. Diese Bücher für Frieden und Freiheit, gegen Gewalt und Krieg trugen viel zu dem Abbau des Misstrauens und der Vergangenheitsbewältigung bei. Der Zerfall der Sowjetunion veränderte die politische Karte Europas, neue Entwicklungen entstanden auch im vereinigten Deutschland. Ideologische Gegensätze standen nicht mehr im Wege, der Länderkreis Osteuropa als Nachfolger der Deutsch-Sowjetischen Gesellschaft setzte seine Arbeit unter Berücksichtigung der neuen Entwicklungen fort.

Kulturelle Kontakte, Begegnungen zwischen Deutschen und Russen verschiedener Generationen werden gepflegt und gefördert, wobei man besonders berücksichtigt, dass seit den 90er Jahren viele Bürger aus der ehemaligen Sowjetunion in Deutschland und Dortmund ihre zweite Heimat gefunden haben.

Der Länderkreis Osteuropa organisiert zahlreiche Veranstaltungen, die die Integration und den Kulturaustausch fördern und die neu entstandene Vielfalt des Kulturlebens widerspiegeln. Da die ideologischen Gegensätze kein Hindernis mehr darstellen, wird die Arbeit so organisiert, dass Künstler, Musiker und Schriftsteller aus Russland und den GUS Staaten sowie in Deutschland lebende Vertreter der russischen Kultur einen regen Austausch bieten können.

Wir sind stolz, den Dortmundern große Namen der russischen Literatur — T. Aitmatow, J. Rytchieu und W. Wojnowitsch – präsentieren zu können. Lesungen mit bekannten und jungen Autoren finden regelmäßig statt. Nicht die politischen Grenzen sondern die finanziellen Möglichkeiten bremsen manchmal die ehrgeizigen Ziele, die besten Künstler Russlands und der Ukraine in Dortmund bekannter zu machen. Die Musikkultur der Ukraine stellten bei uns die verdiente Künstlerin der Ukraine N. Leleko und Kammersängerin O. Laevskaja vor. Preisträger internationaler Musikwettbewerbe wie die Pianisten V. Mogilevsky, Stanislav und Larissa Batschkovskij bieten traditionell spannende Programme an.

Schauspieler aus Moskau, Riga und Düsseldorf bringen ihre erfolgreichen Stücke nach Dortmund mit, und wir versuchen, die Vielfalt der russischsprachigen Kulturlandschaft Nordrhein-Westfalens zu zeigen. Wir organisieren Kunstausstellungen in Dortmund und Deutschland lebender Künstler (T. Vodopjan, R. Zadanovsky, M. Kashap). Außerdem führen Treffen mit den Redaktionen der russischsprachigen Medien in Deutschland immer zu einem interessanten Gespräch.