Ungarn

Die Deutsch-Ungarische Gesellschaft

Leitung: Magdolna Wiebe

Aktuelles Interview und Videostatement

Aktuelles Programm der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft
Kurzfristige Änderungen finden Sie in der Ländersuche (oben rechts).

30 Jahre Deutsch-Ungarische Gesellschaft, 2001 (v.l.n.r.) Dr. Ferenc Grossmann, Maria Werner, Lászlo Krasznahorkai, Magdolna Wiebe, Peter Sowa, Dr. Zsusa Breier, Dr. Michael Kluth, Tünde Gajdos, Stephan Àdàm-Glagovsek

Die Ungarn brachen das Eis. 1971 - mitten im Kalten Krieg - fanden in Dortmund die „Auslandskulturtage Ungarn“ statt, die erste Veranstaltung dieser Art mit einem Land des Ostblocks.

Bereits ab 1969 waren ungarische Lektoren am Auslandsinstitut tätig, als erster Dr. Zoltan Turi, später Dr. Ferenc Grossmann, unter dessen Federführung die ersten Auslandskulturtage mit Ungarn über die Bühne gingen - als damals größte Präsentation ungarischer Kultur im westlichen Ausland. Diese Kulturtage wurden zur Geburtsstunde der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft (DUG).

Heute gehört Ungarn zur Europäischen Union. Ein reger Kulturaustausch ist längst Normalität, deutsche Unternehmen sind in großem Maße in Ungarn vertreten, jährlich besuchen Millionen deutscher Touristen Budapest, die Puszta und den Plattensee.

Landeskundliche Informationen, Hintergründe zur wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklung des Landes, kulturelle Veranstaltungen mit hochrangigen Künstlern bilden heute die Schwerpunkte der Arbeit der DUG. Auch rein touristische Informationen finden dabei Berücksichtigung. Schließlich genießen auch Ungarns Thermalbäder sowie Küche und Keller Weltruf.

Bereits 1971 erschien – herausgegeben von der Stadt- und Landesbibliothek - eine Anthologie der ungarischen Literatur. Es folgten 1986 die Anthologie ungarischer Prosa (Vorwort Siegfried Lenz) und 1990 eine Anthologie ungarisch-deutscher Prosa und Lyrik, die vom ungarischen Staatspräsidenten Árpád Göncz als „seltenes, authentisches Zeugnis“ gewürdigt wurde. Prominente Gäste bei Lesungen waren u. a. die Autoren Péter Esterházy, György Dalos, Ervin Lázár, Zsuzsa Vathy, László Krasznahorkai, László Márton, Erzsébet Schäffer, Ádám Bodor, György Köváry u.v.m.  sowie der Filmemacher Dr. Michael Kluth, der seit vielen Jahren die ungarische Kulturszene dokumentiert. Durch Lesungen mit der ungarischen Schauspielerin Kriszti Kiss haben wir verstorbene, hierzulande  teils bekannte teils unbekannte  Schriftsteller und Dichter wie Sándor Márai, Dezsö Kosztolányi, Attila József,  Ágota Kristóf, Antal Szerb u.v.m.  vorstellen können.

Bedeutung weit über Dortmund hinaus erlangten auch die zweiten Auslandskulturtage (1987) sowie die Aufarbeitung zum 50. Jahrestag des Ungarn-Aufstandes 2006. Bekannte Filmregisseure waren zu Gast, ebenso die Musikgruppen Kaláka und Vizöntö, das Mandel-Quartett, Schauspielerin Lilla Mikes, die Sängerin Laura Faragó,  sowie der Jazz-Pianist György Vukán und sein Trio. Politik, Wirtschaft, Geschichte, Städtebau, Umweltschutz, Minderheiten, Sport – kaum ein wichtiges Thema, zu dem die DUG, seit 1995  unter Leitung von Magdolna Wiebe, nicht prominente Referenten geladen hätte. Volkskunst, Volksmusik, Handwerk und - nicht zu vergessen - Küche standen auch im Mittelpunkt vieler Veranstaltungen.